Dieser Seite über die Abkürzung BDSM kann einige ungewöhnliche Ausdrücke aus dem Rotlicht-Jargon und der Sprache der BDSM-Szene enthalten. Das liegt daran, dass Artikel über dieses Thema oftmals von Personen aus der Szene mit dem in der Szene üblichen Jargon geschrieben werden. In diesem Lexikon haben wir versucht, möglichst wenig von diesem Jargon zu übernehmen und in klarem Deutsch zu beschreiben, worum es bei BDSM-Aktivitäten geht.
Das nebenstehende Logo bedeutet seit 2026 in unserem Lexikon, dass wir hier eines der Nischenthemen behandeln.
BDSM ist eine Sammelbezeichnung für erotische Spielarten unterschiedlicher Art, die in drei Bereiche fallen:
Bondage und Disziplin (Zucht) (BD)
Domination und Submission D/S, auch ( DS )
Sadismus und Masochismus (SM).
Auch diese Begriffe werden benutzt:
Sadismus und Masochismus vereinfacht (Sadomaso).
Abgemilderte Formen von BDSM, Soft-SM genannt.
Im Grunde ist BDSM eine Spielform, in der es um ungewöhnliche erotische Inszenierungen geht – in der Szene auch „Power Exchange“ genannt. Solange das „Spielfeld“ nicht verlassen wird, geht die Macht vom unterwürfigen Partner aus, der in der Szene „SUB“ genannt wird. Es kann sich um einen Mann, eine Frau oder einen Menschen handeln, der sich anders definiert (beispielsweise Transgender-Personen). Der in der Öffentlichkeit bekannteste „Klassiker“ besteht aus einem unterwürfigen Mann und einer dominanten Frau. Die Rollen oder die Geschlechtszugehörigkeit sind allerdings nicht festgelegt.
Bei den Praktiken gibt es Überschneidungen, da die Aktivitäten der BDSM-Liebhaber ineinander übergehen. Auch bestimmte Materialfetische (Gummi, Lack, Leder) sowie Körperfetische (Haare, Füße, Brüste) werden oft unter dem Begriff subsumiert, aber auch Klinikspiele und Körperstrafen. Wegen der Unschärfe des Begriffs BDSM sollte er in seriösen Publikationen heute eigentlich nicht mehr verwendet werden - er ist eher ein abgegriffenes Markenzeichen der Szene als eine erhellende Bezeichnung für ein Lexikon.
Das Wort BDSM wird (entgegen anders lautenden Lexika) in seriöser Literatur kaum noch verwendet. Wer darüber schreibt, verwendet entweder SM (Sadomasochistisch), D/S (Dominanz und Submission) oder bezeichnet die verwendete Praxis gleich genauer (Lederliebhaber, Gummifetischist, Schmerzliebhaber). Lediglich in der internen Literatur der Szene ist das Kürzel noch anerkannt. Dies liegt daran, dass der Interessenbereich der BDSM-Adepten heute von leichten Schlägen mit der Hand und Latexkleidung bis hin zu Folterinszenierungen reicht, die an der Grenze zur Verletzung der Menschenrechte liegen. Man sollte heute also genau beschreiben, wovon eigentlich die Rede ist.
Das einzige, was man über BDSM verbindlich sagen kann: Die meisten Aktivitäten finden innerhalb von Rollenspielen statt, in denen einer der Beteiligten die Rolle des submissiven Partners (Sub) übernimmt, der andere hingehen die dominante Rolle (Dom) spielt. Dabei geht es sowohl um emotionale wie auch körperliche Reize, die in der normalen Lebensumgebung ansonsten nicht zu erhalten sind: Erniedrigungen, Schläge, Rückfall in die Kindheit oder Abhängigkeit sind einige von vielen Beispielen.
Zu den Methoden gehören (1):
Bei allen genannten Punkten kommt es darauf an, was die Unterwürfige Person besonders berührt und welche Erwartungen, Befürchtungen und fetischistische Tendenzen diese Person hat.
Hinzu kommen einige Geräte, Substanzen und Methoden, um den unterwürfigen Part durch das Rollenspiel zuführen und zu begleiten.
Eine der bekanntesten und inzwischen überall anerkannten Regeln beim BDSM S/M oder DS heißt „Safe, Sane und Consensual.“ Diese Regel gilt inzwischen für nahezu alle sexuellen Aktivitäten, wird aber hervorgehoben, um sich von Risiko-Spielen (RACK) zu unterscheiden.
Die BDSM-Szene selbst ist eine Subkultur, die eine besonderen Jargon für ihre Gesetze, Moralbegriffe und Verhaltensweisen benutzt. Diese Szene darf nicht mit den BDSM-Praktiken gleichgesetzt werden, die im Alltag von Paaren ausgeführt werden. Allgemein wird im privaten Bereich eine besondere Art von „SM“ benutzt, die Soft-SM genannt wird.
Bis zum Ende der 1990-er Jahre war BDSM ein absolutes Nischenthema, über dessen Inhalte und Formen nur recht wenig bekannt wurde. Das wurde zunächst auch nicht anders, als 1995 das Buch „Screw The Roses, Send Me the Thorns“ veröffentlicht wurde. In ihm wurde BDSM als Begriff und Lebensform ausführlich beschrieben. Die Autoren schreiben gleichermaßen humorvoll und verständlich, sodass sich jeder ein Bild von dem wundersamen „Voodoo“ machen konnte.
Damit wurde „SM“ oder „BDSM“ aber nicht sonderlich populär. Erst als die britische Autorin E. L. James im Jahr 2011 das erste Buch der Trilogie „50 Shades of Grey“ schrieb, begann der Run auf ähnliche Literatur. Er wurde überwiegend von Frauen ausgelöst, weil das Buch als erotische Cinderella-Geschichte ausgelegt war.
Seither interessieren sich weitaus mehr Menschen für BDSM – Frauen wie Männer. Der Gebrauch von geeigneten Instrumenten, um die neue Lust auszuüben, ist in jedem Fall sprunghaft gestiegen.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde 2026 komplett überarbeitet