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petting [2024/09/07 15:47] – angelegt - Externe Bearbeitung 127.0.0.1petting [2025/07/24 13:41] (aktuell) – [Petting - typisch für die 1950er und frühen 1960er Jahre] sehpferd
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  Petting ist ein heute weitgehend verschwundener Begriff aus der Zeit, als junge Menschen sich scheuten, "richtigen" Geschlechtsverkehr miteinander zu haben. Stattdessen wurden die BrĂĽste oder Genitalien mit der Hand stimuliert, oftmals durch die Kleidung, also ohne direkte BerĂĽhrung.    Petting ist ein heute weitgehend verschwundener Begriff aus der Zeit, als junge Menschen sich scheuten, "richtigen" Geschlechtsverkehr miteinander zu haben. Stattdessen wurden die BrĂĽste oder Genitalien mit der Hand stimuliert, oftmals durch die Kleidung, also ohne direkte BerĂĽhrung.  
-===== Typisch fĂĽr die 1950er und frĂĽhen 1960er Jahre ===== +===== Petting -  typisch fĂĽr die 1950er und frĂĽhen 1960er Jahre ===== 
-Die jungen Leute der damaligen Zeit wollten dabei vor allem den Körper des anderen entdecken und liebkosen. Der Reiz, aber auch die Versuchung lag darin, den Partner (die Partnerin) zunächst nicht direkt per Hautkontakt zu berĂĽhren, sondern ihn „durch die Kleidung“ zu liebkosen. Bei den jungen Männern war äuĂźerst beliebt, die BrĂĽste der Partnerin zu berĂĽhren, und nur die Mutigsten wagten, die Hände unter den Rock der Partnerin zu schieben. Da die „anständigen“ Frauen zu jener Zeit noch eine Art „Panzer“ als Unterwäsche trugen, waren Zärtlichkeiten im Schritt ohnehin nur mit Einschränkungen möglich. Die jungen Männer versuchten, die Frauen dazu zu bewegen, ihren Penis zu stimulieren, was auch gelegentlich gelang – letztendlich siegte dabei die Neugierde ĂĽber die Scham, die damit verbunden war. Denn im Grunde war „Petting“ gar nicht gerne gesehen, und jede Frau, die dabei „erwischt“ wurde, musste mit Sanktionen seitens der Eltern rechnen. GegenĂĽber den jungen Männern waren Eltern meist toleranter – man erteilte ihn aber gelegentlich den Verweis, dass man „so etwas“ nicht mit Frauen tun sollte, weil es die Ehre der Frau beschmutzen wĂĽrde. +Die jungen Leute der damaligen Zeit wollten dabei vor allem den Körper des anderen entdecken und liebkosen. Der Reiz, aber auch die Versuchung lag darin, den Partner (die Partnerin) zunächst nicht direkt per Hautkontakt zu berĂĽhren, sondern ihn „durch die Kleidung“ zu liebkosen. Bei den jungen Männern war äuĂźerst beliebt, die BrĂĽste der Partnerin zu berĂĽhren, und nur die Mutigsten wagten, die Hände unter den Rock der Partnerin zu schieben. Da die „anständigen“ Frauen zu jener Zeit noch eine Art „Panzer“ als Unterwäsche trugen, waren Zärtlichkeiten im Schritt ohnehin nur mit Einschränkungen möglich. Die jungen Männer versuchten, die Frauen dazu zu bewegen, ihren Penis zu stimulieren, was auch gelegentlich gelang – letztendlich siegte dabei die Neugierde ĂĽber die [[Scham]], die damit verbunden war. Denn im Grunde war „Petting“ gar nicht gerne gesehen, und jede Frau, die dabei „erwischt“ wurde, musste mit Sanktionen seitens der Eltern rechnen. GegenĂĽber den jungen Männern waren Eltern meist toleranter – man erteilte ihn aber gelegentlich den Verweis, dass man „so etwas“ nicht mit Frauen tun sollte, weil es die Ehre der Frau beschmutzen wĂĽrde. 
  
 Wer diese Sätze heute liest, wird sich wahrscheinlich schwer tun, sie zu glauben – aber so war es eben bis in die frĂĽhen 1960er Jahre.   Wer diese Sätze heute liest, wird sich wahrscheinlich schwer tun, sie zu glauben – aber so war es eben bis in die frĂĽhen 1960er Jahre.  
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 +===== Was taten junge Menschen wirklich in den 1960er und 1970er Jahren? =====
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 +Ein groĂźer Teil des Pettings in den legendären 1960ern diente dazu, die „Jungfräulichkeit“ zu bewahren – und damit auch Schwangerschaften zu verhĂĽten. Praktisch hieĂź dies, dass die jungen Frauen nach GutdĂĽnken und Erfahrung alles zulieĂźen, was sie vertreten konnten. Sie akzeptierte daher KĂĽsse auf den Mund, ZungenkĂĽsse und seltene KĂĽsse auf die BrĂĽste, wenn die Frau dies mochte oder glaubte, es dem Mann schuldig zu sein. Manche Frauen waren auch bereit, sich masturbieren oder fingern zu lassen, oder erlaubten dem Mann den Brustverkehr. 
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 +Inwieweit die Frau den Mann stimulierte, war abhängig davon, wie unerschrocken sie war. Zu jener Zeit dachten Frauen, der Mann habe nur eine einzige „erogene Zone“ – den Penis. Also ging es darum, den Mann zu masturbieren. Die Vorsichtigen taten es ĂĽber der Kleidung, die Mutigen fassten das Objekt selbst an und versuchten, durch geschickte Handbewegungen mehr zu erreichen als der Mann sich selbst schenken konnte. Oralkontakte waren sehr selten, auĂźer dem Saugen an den BrĂĽsten der Frau – alles andere galt als unhygienisch oder unästhetisch. Kurz: KörperflĂĽssigkeiten duften normalerweise // nicht oral// aufgenommen werden. 
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 +Ein Element des Petting wird oft vergessen: Viele Frauen reizten den Mann niemals bis zum Ende, also bis zu seiner Ejakulation. Die Furcht, dabei die eigene Kleidung zu beschmutzen war ebenso groĂź wie der Ekel, mit dem Ejakulat in BerĂĽhrung zu kommen. 
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 ===== Forschungen und Forscher =====  ===== Forschungen und Forscher ===== 
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 //Die bekannteste Untersuchung stammt von M. Schofield (1965)// //Die bekannteste Untersuchung stammt von M. Schofield (1965)//
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 +===== Was blieb im 21. Jahrhundert vom "Petting"? =====
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 +Die Methode des "geschickten Verweigerns" hat sich bis in die heutige Zeit hinĂĽbergerettet: Eine Frau oder einen Mann immer wieder aufs Neue manuell zu reizen, aber niemals zum Orgasmus kommen zu lassen. Sie ist als „Tease and Denial“ oder „Edging“ bekannt. Heute werden solche Praktiken so gut wie nur noch in Rollenspielen verwendet, in denen es darum geht, den Partner oder die Partnerin extra zu reizen, aber die Befriedigung zu verhindern oder hinauszuschieben. Ein teil dieser Spiele wird im [[BDSM]]-Bereich ausgefĂĽhrt, doch kommen sie auch in gewöhnlichen Beziehungen und Ehen vor,  
  
  
  
  


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