Schläge

Schläge, Liebe, Strafen und Lüste

Schläge und Liebe, aber auch Züchtigungen und psychische Läuterung, spielen in Literatur und im Zeitgeschehen immer wieder eine Rolle. Auch die Gründe für die „Lust am Schmerz“ oder die „Lust an der Züchtigung“ werden ständig neu definiert. Eine verbindliche Antwort steht noch aus, falls es überhaupt möglich ist, sie zu finden. Das Logo links bedeutet, dass du hier ein Thema vorfindest, das manche Menschen gänzlich oder teilweise ablehnen.

Die lange, aussichtslose Suche nach GrĂĽnden fĂĽr die Schmerzlust

Kindheit und Schläge

Lange Zeit war es üblich, die körperliche Züchtigung von Kindern und Jugendlichen für die Schmerzlust verantwortlich zu machen. Im Freud’schen Sinne mag dies plausibel klingen – wäre es so, dann müsste die Lust der Erwachsenen inzwischen abgeflaut sein.

Schläge in der Pubertät?

Die Literatur kennt einen anderen Grund, der reichlich strapaziert wird. Demnach sind nicht die Kinderjahre verantwortlich für diese „perverse“ Entwicklung, sondern „das Schlagen von pubertierenden männlichen Jugendlichen durch eine deutlich reifere, attraktive Frau.“ Von der viktorianischen Literatur bis zum 21. Jahrhundert geistern diese Frauen durch viele Romane.

„Natürliche“ Unterwürfigkeit?

Andere machen ein altes kulturelles Phänomen dafür verantwortlich: Frauen haben unterwürfig zu sein – im Zweifel müssen sie, insbesondere als Bedienstete, gezüchtigt werden.

Manager mit Reue?

Seit es Männer in Spitzenpositionen der Politik, der Gesellschaft und der Wirtschaft gibt, werden Schläge als eine Art „Ersatzbeichte“ unter Schmerzen angesehen. Der „große Boss“ wird im Rollenspiel zum weinerlichen Bubi, dem „die Leviten auf dem Gesäß gelesen werden“.

Höchste Intimität, ähnlich wie beim Sex?

Eine eher positive Erklärung besteht darin, dass während der Züchtigung ein besonders intimes Verhältnis zwischen der züchtigenden Person und der gezüchtigten Person entsteht. Dies trifft vor allem auf das OTK-Spanking zu, aber auch für alle anderen Methoden, bei denen mit Handschlägen begonnen wird.

Durchblutung der Genitalien?

Bekannt ist auch, dass die Genitalien bei allen Arten der Züchtigung auf das Gesäß besser durchblutet werden als im Ruhezustand. Wird „sanft“ geschlagen, so wirkt also die Durchblutung allein – meist mithilfe von Handschlägen oder weichen Wildlederpeitschen (Streichelpeitschen). Dies widerspricht der These, dass Schläge nicht zusexuellem Verlangen führen können.

Eine moderne Erklärung: Körper und Gehirn

Entscheidend für Genuss oder Strafe ist, was der Mensch empfindet, der geschlagen wird. Die Schläge stehen ja nicht „für sich“, sondern wandern durch die Nerven an das Gehirn. Erst dort werden sie bewertet und eingeordnet. Außerdem entscheidet das Gehirn schnell, welche biochemischen Stoffe es zum Einsatz bringt. Mag der Grund auch im Dunkel liegen - der Effekt stellt sich ohne Zutun des/der Geschlagenen ein.

Und die ZĂĽchtiger(innen)?

Wesentlich spekulativer und unerforschter ist die Frage, warum es Menschen (Frauen wie Männern) Freude bereitet, eine erwachsene Person zu züchtigen. Über dieses Thema wird weitaus seltener öffentlich nachgedacht als über die Geschlagenen und ihre Lüste. Fest steht nur dies: Unter Frauen beträgt der Anteil derjenigen, die davon fantasieren, erotisch gezüchtigt werden wollen, bei 36 Prozent, bei Männern sind es 29 Prozent. Entsprechend fantasieren etwa 24 Prozent der Frauen davon, selbst jemanden zu züchtigen, während darüber 45 Prozent der Männer fantasieren.

Die Motive für „aktive Dominanz“ sind nicht unbedingt identisch. „Sexuell dominiert werden“ wollen etwa zwei Drittel der Frauen in ihren Fantasien, aber gut 47 Prozent wünschen sich auch, sexuell selber zu dominieren.

Schläge, Züchtigungen und Dominanz - wer schlägt wen?

In der Bevölkerung ist der Eindruck entstanden, dass es „perverse Männer“ sind, die zu berufsmäßigen weiblichen Rollenspielern gehen, um gezüchtigt zu werden. Zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften haben darüber berichtet. Richtig scheint zu sein, dass etwa 80 Prozent der Klienten verheiratet sind und viel von Ihnen sich bereits in im „letzten Altersdrittel“ befinden, also über 50 Jahre alt sind. Man hört aber auch, dass es Trans-Dominas gibt und dass Frauen sich lieber von einer Domina schlagen lassen als von einem Dominus. Leider konnten wir keine absoluten Zahlen ermitteln.

Wir konnten aber erfahren, dass professionelle dominanten Frauen, die Kurse in Dominanz geben, auch weibliche Klienten und Paare als Schulungsteilnehmer(innen) haben.

Der Wunsch mancher Männer, möglichst junge, schlanke Frauen zu schlagen, entspringt möglicherweise noch Resten der patriarchalischen Gesellschaftsordnung, in der es üblich war, das weibliche Gesinde zu züchtigen.

Reste des Patriarchats und ZĂĽchtigungen

Zitat (Zeno, nach Brockhaus):

Eine mäßige körperliche Züchtigung des ungehorsamen Gesindes steht zwar der Herrschaft zu, artet aber die Strafe in gesetzwidrige und der Gesundheit nachtheilige Mishandlungen aus, so macht sich die Herrschaft dadurch selbst straffällig.

Desgleichen Meyers, Ende 19. JH:

Das Recht, jemand mit einer Züchtigung zu belegen, steht … auch den Erziehern, Lehrern, Dienst- und Lehrherren ist das Recht einer mäßigen Zürchtigung zuerkannt.



Alle Beiträge © 2007 - 2024 by liebesverlag.de

Kritisches Blog zu Liebe und Parterschaft
Liberales Meinungsblog, Stammblog von "sehpferd"
Kontaktseite, Impressum und Telefon-Nummer
Datenschutzerklärung