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Der Rohrstock war einst das „moderne“ und bequemere Züchtigungsinstrument gegenüber der zuvor meist verwendete Rute. In der Erotik (nur sie interessiert hier) werden verschiedene Stärken des Rohrstocks eingesetzt. Die Wirkungsweise ist jedoch immer ähnlich. Zumeist wird der Rohrstock verwendet, um gezielt erhebliche Schmerzreaktionen hervorzurufen. Offen bleibt dabei die Frage, warum die Methoden er „Rohrstockerziehung“ Einzug in die Welt der Erwachsenen gefunden hat. Wir versuchen eine Antwort.
Bis in die 1970er-Jahre (und möglicherweise noch viel später) wurden junge Männer und sogar junge Frauen der häuslichen „Rohrstockerziehung“ unterworfen. Eine Zeitschrift schrieb 1964:
In der Regel (wird) etwas mehr als die Hälfte aller 15- bis 16-jährigen und jeder elfte 17-jährige im Notfall mit dem Rohrstock verdroschen … Zumeist trifft es freilich Jungen; Mädchen im reiferen Alter werden … nur noch einmal mit 17 oder 18 Jahren »übers Knie gelegt«, um »sexuelles Abgleiten« zu verhindern.
Der Wunsch nach Wiederholungen solcher Erfahrungen im Erwachsenenalter ist psychologisch nicht einfach zu erklären. Möglicherweise sind dafür interne Vorgänge im Gehirn zuständig. Eine andere Erklärung für den Wunsch Erwachsener, gezüchtigt zu werden, liegt in den einzigartigen Erfahrungen mit Schmerz und Lust, von denen viele Erwachsene berichten. Möglicherweise überlagern sich Lust und Schmerz in solchen Fällen.
Im erotischen Rollenspiel wird die „Rohrstockerziehung“ nachempfunden. Sie ist in der Regel sehr schmerzhaft und wirkt zudem nachhaltig. Zumeist wird sie in Rituale und Prozeduren eingebunden.
Dabei steht die „Rohrstockerziehung“ in der heutigen Zeit stellvertretend für andere Rituale, in denen Schmerz als Begleiter erotischer Rollenspiele verwendet wird.
Recherchen der Liebeszeitung (Sehpferd-Team) deuten auf einen Zusammenhang zwischen Lust und Schmerz hin.
* Recherchen aus der viktorianischen Epoche (sehpferd-team)
* Alternative zum Rohrstock: Tawse (aus Schottland).
* Zitat von 1964 aus der Zeitschrift „Der Spiegel“
* Buch dazu: Walter Hävernick: »Schläge als Strafe«, Verlag Hamburger Museumsverein e. V., 1964.