Die traditionelle Psychiatrie geht davon aus, dass Schmerzlust und der davon abgeleitete Begriff „Schmerzgeilheit“ zu den „Leidlüsten“ zählt. Sie wird aus dieser Sicht als Perversion gedeutet und als Algolagnie bezeichnet. Nach traditioneller Sicht tritt sie als Masochismus auf, wenn sie passiv erfahren wird, und als Sadismus, wenn sie an anderen ausgeübt wird.
Das Medizin-Lexikon Pschyrembel (1) sagt dazu:
Veraltete Bezeichnung für Lust durch Zufügen oder Empfangen von Schmerz.
Heute würde man diese Neigung als „Sadomasochismus“ bezeichnen, oder im Volksmund als „Sadomaso“.
All diese Begriffe sind relativ unscharf. „Schmerzlust“ ist in der Regel mit körperlicher Züchtigung (CP) verbunden, wobei die Lust daran manchmal zur Abhängigkeit führt.
Im Prinzip der volkstümliche Satz: „Hast du etwas einmal genossen, dann lechzt du immer wieder danach.“ Es kommt also bei der „masochistischen“ Person darauf an, ob sie die Schläge selbst oder die Situation genossen hat, in der sie verabreicht wurden.
Menschen, die „schmerzgeil sind“, wollen manchmal nur die Schläge. Das ist ungefähr so wie die Lust auf Fast Food. Andere benötigen eine sorgfältig aufgebaute Szenerie, die sich mit einem etwa einem Mehrgänge-Menu vergleichen lässt.