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alain_badiou [2024/09/15 10:15] – angelegt sehpferdalain_badiou [2024/09/15 10:16] (aktuell) – [Die Liebe – ständig neu erfinden und verteidigen] sehpferd
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 â€žJede Liebe liefert uns einen neuen Beweis dafĂĽr, dass man der Welt anders als durch ein einsames Bewusstsein begegnen und sie anders erfahren kann … wir lieben es zu lieben, und wir lieben auch, dass andere lieben.“ â€žJede Liebe liefert uns einen neuen Beweis dafĂĽr, dass man der Welt anders als durch ein einsames Bewusstsein begegnen und sie anders erfahren kann … wir lieben es zu lieben, und wir lieben auch, dass andere lieben.“
  
-Diese Auffassung erinnert mich sehr an Paul Watzlawick, der ja behauptet hat, dass die Wirklichkeit durch Kommunikation entsteht. So, wie also zwei Menschen „ihre“ Wirklichkeit in der Liebe finden, findet die ganze Welt ihr Bild der Wirklichkeit in unendlich vielen Lieben. Ich denke, das ist sehr tröstlich und ein gutes Argument gegen die Kulturpessimisten, die ja die Liebe bekanntlich längst im Sand verscharrt liegen sehen. +Diese Auffassung erinnert mich sehr an Paul [[Watzlawick]], der ja behauptet hat, dass die Wirklichkeit durch Kommunikation entsteht. So, wie also zwei Menschen „ihre“ Wirklichkeit in der Liebe finden, findet die ganze Welt ihr Bild der Wirklichkeit in unendlich vielen Lieben. Ich denke, das ist sehr tröstlich und ein gutes Argument gegen die Kulturpessimisten, die ja die Liebe bekanntlich längst im Sand verscharrt liegen sehen. 
  
 Liebe besteht also verbindlich, sobald der Zufall, der sie herbeigefĂĽhrt hat, ĂĽberwunden ist. Und wie ist es nun mit der geschlechtlichen Begierde, die ja oft als ein völlig anderes Element dargestellt wird?  Der Philosoph sieht dies ĂĽberraschend positiv. Sobald die Liebe nicht nur als Verkleidung eines sexuellen BedĂĽrfnisses angesehen wird, sondern als natĂĽrlicher Bestandteil der Liebe, ist fĂĽr ihn alles in Ordnung. Der Körper will die Liebeserklärung hören, will sie gewissermaĂźen das materielle „Pfand“ des Satzes „ich liebe dich“ sein - und dieses Pfand soll eingelöst werden. Es ist daher nicht nicht nur ein imaginäres „Sein“, das die Liebenden „ineinander treibt“ – es sind auch die Körper, die sich vereinigen und damit „ja“ zueinander sagen wollen.   Liebe besteht also verbindlich, sobald der Zufall, der sie herbeigefĂĽhrt hat, ĂĽberwunden ist. Und wie ist es nun mit der geschlechtlichen Begierde, die ja oft als ein völlig anderes Element dargestellt wird?  Der Philosoph sieht dies ĂĽberraschend positiv. Sobald die Liebe nicht nur als Verkleidung eines sexuellen BedĂĽrfnisses angesehen wird, sondern als natĂĽrlicher Bestandteil der Liebe, ist fĂĽr ihn alles in Ordnung. Der Körper will die Liebeserklärung hören, will sie gewissermaĂźen das materielle „Pfand“ des Satzes „ich liebe dich“ sein - und dieses Pfand soll eingelöst werden. Es ist daher nicht nicht nur ein imaginäres „Sein“, das die Liebenden „ineinander treibt“ – es sind auch die Körper, die sich vereinigen und damit „ja“ zueinander sagen wollen.  


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